Mach', was DU willst ...
...und bezaubere ganz nebenbei dein Umfeld
Das geht! 😉

Wie konnte es mit ihm nur so weit kommen? Nach einem ereignisreichen und anstrengenden Tag saß er müde und vollkommen abgekämpft in seinem Food-Truck und überlegte, wie er an diesen Punkt gekommen war. Voller Elan startete er vor wenigen Wochen. Er wollte sein eigener Herr sein, nie mehr abhängig von einem Chef. Die eigenen Ideen verwirklichen und endlich das kochen, worauf er Lust hat. Verrannte er sich in eine Idee? Handelte er zu blauäugig? War dieser Weg tatsächlich der Richtige? Er dachte, mit dem Food-Truck, in dem es ausschließlich Suppen, Eintöpfe und Smoothies gibt, hätte er den Puls der Zeit getroffen. Doch was, wenn die anderen Recht haben? Schließlich sind die Argumente seiner Liebsten nicht von der Hand zu weisen.

Sein bester Kumpel war fast schon entsetzt, als er erfuhr, es werde nur vegetarische Kost in dem Truck geben. „Was sollen denn richtige Kerle bei dir zu Mittag essen, wenn du nichts mit Fleisch anbietest?“ frage er. Da war was dran. Viele Menschen wollen auf Fleisch oder zumindest eine Würstcheneinlage im Eintopf ungern verzichten… Aber mit Fleisch und Wurst zu arbeiten ist heikel. Kühlketten, Frische, beste Tierhaltung, faire Schlachtung. Unzählige Dinge müsste er umorganisieren, wenn er nicht nur vegetarisch kocht. Wäre es den Mehraufwand wert? Dann war da noch seine liebe Oma. Auch sie hatte einen Verbesserungsvorschlag. Anstelle des Food-Trucks könnte er einen Laden anmieten. Mit gemütlichen Sitzplätzen und immer am gleichen Ort. So wüssten die Kunden, wo sie ihn finden. Beständigkeit sei stets von Vorteil, sagte Oma. Das Nomadenleben mit dem Food-Truck mache auf Dauer nicht glücklich. Stimmt schon irgendwie. In einem Restaurant hätte er mehr Platz, eine größere Küche. Doch eigentlich wollte er sein Essen ja direkt auf die Parkplätze der Firmen bringen. Um den Leuten eine Auszeit vom Großraumbüro zu ermöglichen, in der sie einmal an der frischen Luft tief durchatmen können. Seine Freundin hatte ebenfalls eine tolle Idee. Heiße Waffeln mit saisonalen Früchten wären lecker. Etwas Süßes für zwischendurch. Jetzt, wo der Schönheitstrend endlich dahin geht, dass man stolz auf seine Kurven sein darf und nicht jede Kalorie zählen muss. Dieser Trend ist es selbstverständlich wert, unterstützt zu werden. Allerdings ist er Koch. Kein Bäcker. Sein Ziel war es, Leute satt zu machen…

All diese Gedanken rasten durch seinen Kopf, als er abends in seinem Food-Truck saß. Dem Truck, der so aussah, wie er es haben wollte. In dem das gekocht wurde, was er ausgewählt hatte. Er atmete tief durch, schloss die Augen. Hörte in sich hinein, suchte nach seiner inneren Stimme. Sein Baugefühl meldete sich zu Wort. Erst leise, dann immer lauter. Es sagte: „Es ist richtig, was du machst. Es ist gut, wie du es machst.“ Natürlich gab es andere Wege. Doch dies hier war sein Weg. Er wird ihm weiter folgen, ohne sich verunsichern zu lassen. Wie ein Kind wird er weiterhin sorglos einen Fuß vor den anderen setzen. Seine Freiheit genießen. Denn er wusste plötzlich wieder, wie es so weit kommen konnte: weil er seinem Herzen gefolgt war.

Unzählige Menschen haben vergessen, wer sie selbst sein möchten. Zu viel Druck aus der Gesellschaft lastet auf ihnen. Das Konkurrenzdenken ist zu hoch. Leistung erbringen, weil man danach beurteilt wird. Ständige Angst, zu versagen oder niemals genügen zu können. Diese Furchtsamkeit ist unbegründet. Jeder Mensch ist etwas Besonderes. Man muss niemanden bekehren, ihm die eigene Meinung aufzwingen. Das Gegenüber hat sicherlich einen Grund, warum er denkt und fühlt, wie er es tut. Das sollten wir akzeptieren. Wir wollen schließlich auch, dass unsere Einstellung so angenommen wird, wie sie ist.

„Wir sind so gerne in der freien Natur, weil sie keine Meinung über uns hat.“ – Friedrich Nietzsche

Wie wahr. Die Natur nimmt uns an, mit allen Macken und Eigenarten. Sie urteilt nicht. Sie lässt uns sein, wie wir sein möchten. Was uns Bäume, Wiesen und Felder geben, wünschen wir uns auch von unseren Mitmenschen. Aber schaffen wir es selbst, unseren Lieben diese Gefühle entgegenzubringen? Sind wir tolerant und erkennen an, dass jemand einen Weg eingeschlagen hat, den wir nicht gewählt hätten? Hören wir zu? Gelingt es uns, ein ernstgemeintes Lob ohne Neid auszusprechen? Oder ein Kompliment anzunehmen?

Damit wir andere akzeptieren können, müssen wir lernen, uns selbst zu lieben. Auf unsere innere Stimme zu achten. Sie zeigt uns den Weg, der zu uns passt. Nur wer sich selbst liebt und mit sich im Reinen ist, kann andere Menschen lieben und so annehmen, wie sie sind. Dann gelingt es, seinem Gegenüber zuzuhören. Sich auf das zu konzentrieren, was er sagt. Zu fühlen, was ihm wichtig ist. Machen wir Schluss mit den schrecklichen Abenden im Restaurant, in denen man sich gegenüber sitzt aber kein Wort miteinander spricht, nur halbherzig zuhört oder wie besessen auf das Smartphone starrt. Nehmen wir uns die Zeit, einer Sache unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht mehr die Waschmaschine ausräumen, während wir mit der besten Freundin telefonieren. Keine Mails am Handy beantworten, wenn wir mit unserem Kind am Maltisch sitzen und ein Kunstwerk entsteht. Auch den übertriebenen Anspruch an sich selbst, einen perfekten Haushalt zu führen, sollte man verabschieden. Unsere Wohnung muss gemütlich sein, was nicht heißt, dass sie wie geleckt sein muss. Fenster dürfen ein paar Flecken vom letzten Regen haben und der Wäscheberg interessiert ebenfalls niemanden.

Auch diese anstrengende Zeit mit dem alles beherrschenden Thema „Corona“ wird zu Ende gehen. Wir sollten uns auf die guten Dinge konzentrieren, die Quarantäne, Ausgangsbeschränkung und Co mit sich gebracht haben. Wir sehen wieder, worauf es wirklich ankommt. Was einem am meisten fehlt. Familie. Freunde. Berührung. Ein Zuhause zu haben, in dem man sich geborgen fühlt ist Gold wert. Der Partner der unterstützt, Kinder die einen zum Lachen bringen, Gesundheit, um anderen beizustehen. Ein Haustier, das bedingungslose Liebe schenkt. Unsere Großmütter haben es bereits gesagt: „Selten etwas Schlechtes, ohne was Gutes!“. Eine Tür schließt sich vielleicht, doch ein anderer Weg wird sich eröffnen. Mit neuen Möglichkeiten und der Gelegenheit zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.



~ Sommerzauber ~

Ob auf Balkonien, in heimischen Gefilden oder am lang vermissten Sandstrand:
wir wünschen Ihnen und allen Ihren Herzensmenschen schöne Sommer- & Urlaubstage