Winterschlaf contra Winterspaziergang ...
oder
...springen Sie doch mal vom "Tellerrand" ins Neue Jahr

Das Jahresende rückt unwiderruflich näher und während der Jagd nach Weihnachtsgeschenken und dem schier unmöglichen Vorhaben, dieses Jahr einmal rundum geordnet, mit sauberem Auto, für 2020 vorbereiteten Ordnern oder ohne Bügelwäsche im Korb zu beenden, vollbringen wir in einer Disziplin wahre Meisterleistungen: dem Aufschieben. Was -bedingt durch kleine bis mittelgroße innere Schweinehunde- so entspannt als „Verschieben“ begann, wurde im Laufe des Jahres zum energiegeladenen „Aufschieben“ und macht gen SIlvester eine wundersame Verwandlung durch. Jetzt nennen wir es „gute Vorsätze“. Alles, wozu uns die Motivation fehlt, können wir jetzt dezent in einer mentalen Ablagebox verschwinden lassen, DENN warum sollten wir morgen mit dem Sport starten, wenn „Neujahr“ doch so viel hoffnungsvoller klingt? Und warum jetzt noch den Keller ausmisten, wenn man mit dem Rundumschlag (ganz bestimmt gleich am 2. Januar …) im Neuen Jahr by the way ein paar ungeliebte Weihnachtsgeschenke verschwinden lassen kann?

Unser Vorschlag: über die immer gleichen guten Vorsätze zu reden, sie zu posten und zu kommentieren ist genau so einfach wie es schwer ist, sie am Jahresanfang in die Tat umzusetzen oder am Ball zu bleiben. Warum nicht mal genial einfache, ganz neue Ziele setzen, sie ausschließlich mit „Herzensmenschen“ teilen und sich wundern, wie einfach deren Umsetzung ist und -vor allem- welchen Zauber sie in unser Leben bringen? Wir haben’s ausprobiert und auch wenn die Ordner deshalb noch nicht beschriftet sind, könnten wir doch schwören, dass unsere müden Augen bei genauem Hinsehen ein ganz klein wenig mehr funkeln 😉

Die Bärenmama unterbricht ihr genüssliches Gähnen und schaut ihr Junges irritiert an. Was soll das heißen, er will nicht schlafen? Alle Bären schlafen im Winter. Doch der junge Bär ist voller Energie und Tatendrang. Er hat so ein Gefühl, als würde noch etwas Tolles passieren… Seine Mama schüttelt den Kopf. Sie geht schlafen. Das hat sie immer so gemacht. Diese Gewohnheit will der kleine Bär nun aufbrechen. Er fühlt, dass es sich lohnen wird. Er atmet tief ein, genießt die Stille und die kalte Luft. Plötzlich fällt ein weißer Stern vom Himmel. Dann noch einer. Mehr und mehr dieser seltsamen Schönheiten fallen herab. Wie zauberhaft diese feinen Kristalle in der Winterluft tanzen, bevor sie sich friedlich auf alle Bäume und Sträucher legen. Bevor sie seine Nasenspitze mit ihren feinen Eissternen ganz sanft kitzeln. Das muss Schnee sein. Der kleine Bär hat schon davon gehört, aber dieses Wunder noch nie selbst erlebt. Weil er normalerweise schon eng an seine Mama gekuschelt tief und fest schläft, wenn die Welt weiß gezuckert wird. Fröhlich springt er durch die verschneite Landschaft, rutscht den Berg hinab und genießt sein kleines Abenteuer. Na, das hat sich doch gelohnt, dass er ein bisschen länger aufgeblieben ist – obwohl sich das für Bären nicht gehört. Sein Bauchgefühl hatte recht und er ist froh, dass er darauf gehört hat. So durfte er erleben, wie die Schneeflocken elegant zur Erde heruntergleiten. Er fühlte das Kribbeln im Bauch, als er den Berg hinuntergerutscht ist. Zufrieden und müde kehrt der kleine Bär am Ende dieses zauberhaften Tages in seine Höhle zurück. Langsam werden seine Augen und Glieder doch ganz schön schwer. Lächelnd kuschelt er sich an seine Familie. Er freut sich, allen im Frühjahr von seinem winterlichen Abenteuer zu erzählen. Vielleicht ist nächstes Jahr einer der Bären auch mutig und bleibt mit ihm wach, bis der erste Schnee fällt…

Ach ja, auf der Couch ist es gemütlich. Vor allem, wenn es draußen kalt wird. Da ist es einfach, dem inneren Schweinehund nachzugeben. Los geht’s mit dem Serienmarathon am Wochenende. Es ist bequem, anderen bei einem spannenden Leben zuzuschauen, während man sich in die Decke kuschelt und seinen Lieblingstee schlürft. Doch hören Sie diese leise Stimme? Sie flüstert: „Wäre es nicht lustig, mal wieder einen verschneiten Hang hinabzurodeln?“. Kindisch. Was würden die Erwachsenen sagen, die mit ihren Kindern beim Schlittenfahren sind? Oder nach vielen Jahren Kufen-Abstinenz auf der Outdoor-Eislaufbahn ein paar Runden drehen? Aufregend. Aber kann ich das überhaupt noch? Es gibt ein neues Escape-the-room-Spiel? Lustig. Aber auch umständlich, so viele Freunde unter einen Hut zu bringen…

Gerade im Winter scheint der eigene Tellerrand Frost-bedingt um ein ganzes Stück unüberwindbarer. Darüber hinauszusehen oder gar einen Schritt ins Ungewisse zu wagen, fällt mit der Angst, auf dem Glatteis des Unbekannten auszurutschen, doppelt schwer. Was tun? Lieber auf dem Sofa bleiben und darauf warten, bis uns endlich ein guter Freund aus dem faden Trott herausholt? Oder hoch mit den müden Knochen und mutig dem Abenteuer entgegengeblickt?

Geben Sie sich die Gelegenheit, anders zu sein. Betreten Sie außergewöhnliche Wege abseits des Mainstream und genießen Sie diese Freiheit. Gehen Sie dorthin, wo der frisch gefallene Schnee noch unberührt ist und hinterlassen Sie Ihren ganz persönlichen Fußabdruck. Teilen Sie Ihre schönsten Momente mit wirklich guten Freunden oder genießen Sie sie ganz für sich. Hauptsache, Sie fühlen sich damit wohl.

Wir müssen wieder lernen, die kleinen Wunder der Welt zu erkennen. Smartphone weglegen, hinaus in die Natur und Kraft tanken. Magische Momente, wie die ersten Eisblumen am Fenster, der Mondschein auf einer frischen Schneedecke, glitzernder Reif in den ersten Sonnenstrahlen des Tages – das alles prägt sich in unser Gedächtnis, in unsere Seele ein. Mit einem Lieblingsmenschen gemeinsam schweigen kann das schönste Gespräch der Welt sein. Aus der Erinnerung an diese magischen Augenblicke lässt sich in kummervollen Zeiten Zuversicht schöpfen, so finden wir den Weg aus den dunkelsten Tälern zurück ans Licht.

Lassen Sie sich im kommenden Jahr nicht einbremsen durch gesellschaftliche Regeln, durch die eigene Trägheit oder durch einen Pickel der wahrlich kein Weltuntergang ist und den echte Freunde zwar wahrnehmen, aber über einen schönen Nachmittag mit Ihnen vollkommen vergessen.

Diese Welt hat -fernab von Reichtum, Likes und Ruhm- unermesslich viel Schönes zu bieten. Gestatten wir ihr, uns zu verzaubern!

~ Feel the magic ~

Wir wünschen Ihnen und allen Ihren Herzensmenschen schöne Feiertage
und einen zauberhaften Start in das Neue Jahr